Berichte - Sansibar / Tansania - Fotos


Februar 2015 - Ein nur zur Hälfte gefüllter Airbus A 330 der Oman Air flog uns in ziemlich genau 6 Stunden ins gleichnamige Sultanat. Der Service an Bord war klasse, die Beinfreiheit dank freier Plätze am Exit überragend und auch der Aufenthalt im Airport Muscat entspannt. Der Weiterflug in einer kleinen Boeing Richtung Sansibar war so garnicht entspannt. Es war voll und es war furchtbar eng. Meine 190 cm Grösse und 100 kg Gewicht fanden keine auch nur halbwegs erträgliche Sitzposition. Ich fragte bei den Flugbegleitern nach besseren Plätzen und siehe da, 2 sehr nette Damen aus Sansibar überliessen mir nach Rücksprache mit der Crew bereitwillig und ohne grosses Aufsehen ihre Sitze am Notausgang, das war klasse. Die selbstlosen, verschleierten Mädels sprachen im Übrigen ein fantastisches Englisch und man konnte sich mit ihnen ungezwungen über`s Reisen, die Arbeit oder das Vergnügen unterhalten, dies aber nur am Rande. Am Airport hiess es dann lediglich noch die Koffer entgegen nehmen, was allerdings ein Abenteuer für sich ist auf Sansibar. Sämtliche Gepäckstücke des Fliegers stehen kreuz und quer in einem kleinen Raum herum und jeder Passagier schaut, wühlt und sucht in diesem Chaos seine Koffer. Unsere waren letztlich recht schnell zu "orten" und so mussten wir nur noch eine rund 1-stündige Fahrt in den Nordosten überstehen, bevor wir am Ziel waren, dem Neptune Pwani Beach Resort und seinem traumhaft schönem Strand, Foto oben.

Wir waren ja bereits 2013 auf der Gewürzinsel, sodass wir wussten was uns erwartete. Sansibar hat die (unserer Meinung nach) schönsten Strände der Welt. Nirgends ist der Sand weisser und feiner, nirgendwo das Meer wärmer und nirgendwo anders gibt es dermassen grosse, dekorative Palmen. Die Farben des indischen Ozeans variieren hier von türkis über jade bis grün, das ist einfach atemberaubend schön. Allenfalls die Strände der Seychellen können da noch mithalten. Unser Hotel (Foto rechts oben) verfügt über sehr geräumige Zimmer im landestypischen Design, 2 wirklich grosse Pools und bietet darüber hinaus eine "All-inklusiv"-Verpflegung an, die wir auch buchten. Normalerweise sind wir so gar keine Freunde der "All-Inklusiv-alles-mir"-Kultur, hier allerdings ist es empfehlenswert, wie im Übrigen auch auf den Malediven. Es fehlen schlicht und ergreifend die Möglichkeiten auswärts zu essen. Die Speisen im Neptune Pwani waren ok, jedoch nichts besonderes. Die Kellner und Kellnerinnen sind nett, durchaus auf Zack und immer wieder für einen Plausch über Gott und die Welt zu haben. Für alle Smartphone- und Laptop-Junkies, ja es gibt auch ein halbwegs flottes Wlan. Am Strand halten sich zahlreiche "Beach-Boys" und (unechte) Massaikrieger auf, die alles anbieten was der geneigte Urlauber benötigt oder auch nicht. Wir buchten bei einigen Jungs die uns sympathisch waren eine Tour in den Jozani-Nationalpark, wo die Sansibar-Stummelaffen leben, eine endemische Art die mit ihrer Zutraulichkeit und Mimik begeistert. Am erwähnten Strand gibt es auch Tücher, Zigaretten, Schnitzereien, Ketten, Armbänder, schicke T-Shirts (ich gönnte mir 3 Stück..., in 2XL) und noch einiges mehr käuflich zu erwerben, feilschen erwünscht. PS: Die erwähnten, stets gut gelaunten Beachboys trällern immer wieder den ostafrikanischen Ohrwurm Jambo Bwana, meistens gut, selten schlecht.

Was uns besonders gefiel und auf der Insel nicht selbstverständlich ist, sind die vom Hotel aus angebotenen Touren ins nahegelegene Dorf, siehe Foto. Hier erfährt man vom englischsprachigen Guide einiges über den harten Alltag der Einheimischen. Man besucht u. a. Schulen und eine Krankenstation. Während im Hospital die Ausstattung und auch der hygienische Standard deutlich verbesserungswürdig sind, hinterliessen die Schulen in Sachen Erziehung und Bildung einen durchaus ordentlichen Eindruck. Nebenbei erwähnt; Es "darf" den Einrichtungen ein kleiner Obolus gespendet werden, nehmt also bei diesen Touren immer einige Dollarnoten mit. Zurück in die äusserst kargen Klassenräume. Die englische Sprache wird hier ebenso unterrichtet, wie auch wissenswertes über die Insel und den Islam. Der Islam ist hier Hauptreligion, was eine allzu freizügige Kleidung und übertriebene Ausschweifungen naturgemäss ausschliesst. Auf Unguja, der Hauptinsel des Archipels, sind die Menschen im Übrigen sehr viel toleranter als auf der Nachbarinsel Pemba, wo der Tourismus wenig entwickelt ist und einige muslimische "Hardliner" leben. Kommen wir wieder zum erstaunlich gut organisierten Hotel. Es gibt eine dezente Animation, allabendliche Massai-Tänze und viele kulinarische Themenabende. Die teils an die 40 Grad heissen Tage liessen wir an der gut besuchten Bar mit kühlen Drinks ausklingen. Es geht doch nichts über ein kaltes Safari- oder Serengeti-Bier bei Meeresrauschen in schwülwarmer Luft. Die guten Gespräche mit anderen Weltreisenden gehör(t)en auch zum allgemeinen Wohlbefinden. Nach diesen erholsamen 2,5 Wochen wird uns letztlich auch unsere 2. Tour nach Sansibar in äusserst angenehmer Erinnerung bleiben. Das Eiland im indischen Ozean ist bitterarm, ohne vernünftige Infrastruktur und immer wieder von Stromausfällen geplagt, dafür gibt es eine Menge freundlicher Locals. Vornehmlich die überhaupt nicht schüchternen Kinder posieren bereitwillig für Fotos, bei den Erwachsenen dagegen heisst es erst um Erlaubnis fragen, dann klappt`s auch mit dem Schnappschuss. Neben den Touristen gegenüber recht offenen Menschen, sind es die faszinierend schönen Strände, Stone Town mit seinem morbiden Charme, sowie eine wunderbare, teils endemische Tier- und Pflanzenwelt, die einen Besuch auf Sansibar zu einem unvergessenem Erlebnis machen. Auf dem Rückflug nach Frankfurt verbrachten wir zunächst noch eine (kurze) Nacht irgendwo im Nirgendwo in Muscat/Oman, bevor wir wohlbehalten wieder in Hessen landeten.


Infos

Reisezeit: Von Juni bis Oktober ist es auf Sansibar trocken, aber vor allem nachts recht frisch. Am wärmsten, bzw. heissesten ist es im Januar und Februar. Meiden sollte man die Regenzeit ab etwa Ende März bis in den Mai. Wissen sollte man auch, dass besonders die wunderschöne Ostküste stark von den Gezeiten betroffen ist. Ebbe und Flut wechseln sich ab und verschieben sich täglich um bis zu eine Stunde. Bei Ebbe ist schwimmen im badewannenwarmen Meer natürlich nicht möglich.

 

Visa: Man benötigt für die Insel ein Visum und einen noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass. Darüber hinaus braucht man eine Bestätigung für den Hin- und Rückflug. Das Visum ist auch bei der Einreise erhältlich, u. a. an den internationalen Flughäfen in Tansania und Sansibar. 50 Dollar sind dafür zu entrichten. Mehr zu den Einreisebestimmungen gibt es hier.

 

Zeitverschiebung: Sansibar ist der deutschen Zeit im Winter 2 Stunden voraus, im Sommer gar nur eine. Jetlag sollte also nicht das Thema sein.

 

Währung: Für 1 Euro erhält man (Stand Frühjahr 2015) 2400 Tansania-Schilling, der gängigen Währung auch auf Sansibar.

 

Anreise: Eine gute Flugverbindung und einen sehr guten Service an Bord (mit Zwischenstopp in Muscat) bietet Oman-Air nach Sansibar an. Des weiteren fliegt Ethiopian Airlines über Addis Abeba auf die Insel. Ab Frankfurt fliegt die äthiopische Fluggesellschaft mit dem hypermodernen Dreamliner Boeing 787. Wer von Dar es Salam aus auf die Insel fliegt, dem empfehlen wir die heimische Precision Air, mit der wir bei unserem ersten Trip nach Sansibar gute Erfahrungen machten.

 

Sicherheit: Sansibar ist recht sicher. Gewaltverbrechen gibt es praktisch nicht. Diebstähle in einigen Hotels, vornehmlich an der belebten Nordküste, sind hin und wieder zu verzeichnen. Vorsicht ist geboten in der Metropole Sansibar-Stadt, vor allem im historischen Zentrum Stone Town. An Freitagen, wenn sich einige islamische Fanatiker unter die Einheimischen und Touristen mischen, sollte man dort grössere Menschenansammlungen meiden. Es gab schon einige (kleinere) Anschläge und Anschlagsversuche.