Februar/März 2026 - Vietnam sollte es also sein. Wir flogen nach Vietnam. Das war nach den letzten wirklich tollen Reise-Erlebnissen in Thailand 2024 und 2025 nicht unbedingt zu erwarten. Zu sehr sind wir mittlerweile zu echten Thailand-Fans geworden. Dennoch entschieden wir uns dieses Mal durchaus früh für das äusserst boomende Vietnam, welches im Übrigen in seiner Nord-Süd-Ausdehnung knapp 1700 km misst. Dies bedeutet auch dass es mehrere Klimazonen gibt. Das Land boomt u. a. wegen erleichterten Visa-Regelungen, sowie zahlreichen internationalen Direktverbindungen. Viele dieser Flüge kommen bspw. nahezu täglich aus Russland, aber auch aus Korea, China, Japan, sowie einigen europäischen Ländern. Sonne tanken in unserem Winter, das ist ja immer eine sehr gute Idee. Südostasien ist dafür mit seinem exzellenten Klima in dieser Zeit geradezu prädestiniert. 2 mal waren wir bereits (oder erst?) in Vietnam. Wir erwarteten nicht mehr und nicht weniger als einen fantastischen Urlaub und bekamen ihn auch. Jetzt könnte ich Schluss machen. Alles kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Mache ich natürlich nicht. Ich beglücke euch weiterhin mit meinen Zeilen. Ich versuche es zumindest. Das mit dem beglücken. Mit Vietnam Airlines (Mitglied der Luftfahrtallianz Skyteam) begann das Abenteuer am Airport Frankfurt/Main. Vor dem Abflug gab es noch einen Brunch bestehend aus Frankfurter Würstchen, Weisswürsten, Brezel, Senf und den dazugehörigen, obligatorischen Weissbieren. Weissbier war wohl recht begehrt bei vielen Reisenden. Neben einigen Amerikanern gönnten sich auch 2 asiatische Mädels (kaum 20 Jahre alt) die 0,5 Liter der deutschen Braukunst. Sie fotografierten sich und die Biere allerdings mehr als davon zu trinken. Geleert wurden die Gläser von den Damen letztlich dann aber doch. Dann ging es endlich los. Eine recht neue Boeing 787 (Dreamliner) sollte uns in knapp 11 Stunden nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon bringen. Ich belasse es bei Saigon. Ist kürzer, ist schöner, ist besser. Klingt nach Fernweh, wie bspw. auch Sansibar, Seychellen, oder Samarkand. Da waren wir noch nicht. Also in Samarkand. Auf den beiden Inseln im indischen Ozean schon. Kurz vor Abflug gab es im Flieger allerdings noch etwas Aufregung. Ein älterer, neben uns auf den XL-Plätzen sitzender Vietnamese suchte verzweifelt seine Bordkarte. Er machte mich für den Verlust verantwortlich. Auf vietnamesisch. Eine der Flugbegleiterinnen übersetzte. Ich versuchte ihm auf englisch klar zu machen, dass ich die Karte nicht habe. Nach einigem hin und her fand ich plötzlich seine Karte bei mir im Rucksack. Jo, wie peinlich ist das denn. Wie kommt die da hin. Ich weiss es bis heute nicht, ehrlich. Letztlich waren aber alle glücklich und wir vertrugen uns wieder. Nach dem kurzen Trubel und nachdem wir bereits in der Luft waren, packte der Vietnamese völlig tiefenentspannt die aktuelle BILD-Zeitung aus. BILD Frankfurt, ist klar. Wir redeten und debattierten also vietnamesisch und englisch miteinander und der gute Mann las anschliessend seelenruhig die BILD. Da fiel mir erst mal nix mehr ein. Viel zu früh landeten wir nach einem nicht immer ruhigen Flug schliesslich in Saigon. Nach der sehr zeitaufwändigen Immigration war es immer noch viel zu früh. Es war zu früh zum einchecken ins gebuchte Hotel. Kein "early Check-Inn" möglich. Schade. Wir waren gerädert. Gerädert ist der einigermassen vornehme Ausdruck für "völlig am Arsch sein", "sehr müde sein", "aussehen wie der letzte Hanswurst". Die langen, dicken Jeans die wir trugen, waren auch zuviel des Guten bei nahezu 30 Grad bereits am frühen Morgen. Alles jammern half nix. Wir mussten Zeit tot schlagen bis zum Check Inn. Was trinken geht immer. Bier! Morgens um 9. Beschissen aussehen, völlig übermüdet sein, aber gleich mal wieder Alkohol trinken, klasse Idee. Machte die körperliche Verfassung natürlich nicht besser. Ein erster Gang über den doch arg touristischen Ben-Thanh-Markt war immerhin drin. Wir waren aber mal so gar nicht in Kauflaune. Puhh, klingt alles doch sehr negativ bisher. Wurde aber deutlich besser nachdem wir endlich ins Zimmer konnten. Dicke Klamotten aus, paar Stündchen aufs Ohr legen und ab in die große, weite Welt. Saigon entdecken! Good Morning Vietnam. Der legendäre (Film)-Spruch musste sein und wird uns am Ende der Reise nochmals eindrücklich begegnen.
Entdeckt haben wir erstmal einen Massagesalon. Einen der auch Maniküre anbot. Rein da. Die Frau gönnte sich eine Fussmassage (sie war äusserst zufrieden), ich liess mir die Fingernägel stutzen. Ich war mit dem Ergebnis auch zufrieden. Das Ganze hat im Übrigen Tradition für uns in Südostasien. Massage und Nägel stutzen. Warum? Weiss ich nicht so genau. Die machen das gut in der Gegend. Massagen eh, aber auch das mit den Nägeln. Kostet auch nicht viel. Essen kostet auch nicht viel. War ebenfalls gut. Der erste Tag war bis auf die Anfangsstunden top. Hundemüde fielen wir recht früh in die Betten. "Hundemüde"; Werd` ich auch nie verstehen warum ausgerechnet Hunde dafür herhalten müssen wenn man müde ist. Katzen, Kühe, Affen, Silberfische oder Kaulquappen sind bestimmt genauso müde wie Hunde. Ok, "Silberfischmüde" klingt arg daneben. Ausgeruht liessen wir es am nächsten Tag eher gemächlich angehen, zumindest tagsüber. Bisschen shoppen, Kaffeespezialitäten geniessen, eine (bestenfalls mässig gute) Pho verköstigen, das wars schlussendlich. Ich komme im Verlauf des Berichtes auf die berühmte Pho-Suppe zurück, versprochen. Am späten Abend zog es uns in die berüchtigte Bui Vien Walking Street, vielleicht so etwas wie das vietnamesische Pendant zur Khaosan Road in Bangkok. Wobei, ein paar Unterschiede gibt es doch. Während auf der Khaosan Road auch viele Klamottenläden und Schneidereien zugegen sind, gibt es in der Bui Vien Street fast ausschliesslich Musik- und Bierbars. Diese Strasse, Foto oben links, bietet nahezu alles was der geneigte Nachtschwärmer benötigt. Billiges Bier, gute Musik (ok, ist eindeutig Geschmacksache), tanzende Mädchen mit wenig Textilien am Leib und auch was zum futtern. Gut für die Touristen dass sich die Lokale gegenseitig bei den Preisen überbieten, bzw. in dem Fall unterbieten. Bier für unter 1 Euro sind keine Seltenheit. Das war auch schon Tag 2 in der 9,5 Mio. Stadt. Wahrscheinlich sind es sogar einige Hunderttausend mehr Einwohner. Tag 3 sollte ein Highlight bringen. Eine Tour ins Mekong-Delta. Wollten wir immer schon mal machen...
Abfahrt war zu humaner Zeit nahe unseres Hotels. Halb Zehn! Top Zeit. Unser Guide für den Trip war ein super netter Kerl, allerdings etwas "schräg", übermotiviert und..., keine Ahnung, sehr aufgedreht. Hat wohl auch eine sehr feminine, queere Seite der Gute. Sein Profilfoto bei "Whatsapp" liess einiges vermuten. Sollte uns völlig egal sein. Jeder wie er mag. Er war auch laut eigener Aussage erst kurz im Geschäft bei Get your Guide. Dafür machte er seine Sache gut. Die Fahrt ins Delta war überraschend langweilig und die Tour auch nicht so, dass ich sagen würde, "wow, welch fantastische Erfahrung". Es waren letztlich zuviele Örtlichkeiten dabei, bei denen man was kaufen konnte, bzw. sollte. Angeboten wurden Honigprodukte, Kokosprodukte, oder auch `ne mausetote Kobra in der Flasche, ganz toll. Die Tour im Boot durch die Wasserarme im Delta war eindeutig zu kurz, aber durchaus sehenswert. Unsere Mitreisenden waren alle wirklich ok. 4 Russen (die kauften praktisch alles was angeboten wurde, selbst den grössten Mist), ein junges, serbisches Pärchen und ein Österreicher. Ein witziger Österreicher. Ein netter Österreicher. Ein allein reisender Österreicher. Wir tranken 2 Biere zusammen. Der Ösi und ich. Klingt wie ein drittklassiger Podcast den kein Mensch hört, "Der Ösi und ich". Die 3 Tage in der grössten Stadt des Landes waren schnell vorbei und wir freuten uns auf viele Tage Strand und Meer. Die im Golf von Thailand gelegene Insel Phu Quoc war unsere Stranddestination in diesem Urlaub. Bevor es weiter geht auf die Insel, kurz noch ein paar wenige Zeilen zum Hotel in Saigon. Die Lage war überragend, die Betten bequem, das Frühstücksangebot wirklich gut. Lediglich die Zimmer waren (selbst für ein Cityhotel) etwas klein. Ach, die Aussicht auf den Ben-Thanh-Markt vom Zimmer aus war gut. Das musste noch raus.
Zeitig holte man uns ab und brachte uns an den Flughafen in Ho-Chi-Minh-Stadt. Ja, mal wieder den langen Namen erwähnt. Hat der ehemalige Präsident (Nord)-Vietnams auch verdient. Nach einem der kürzesten Flüge ever landeten wir sicher auf Phu Quoc. Keine 30 Minuten waren wir in der Luft, dann ging es schon über in die Landephase. Die Koffer liessen etwas auf sich warten, kamen aber letztlich auch mit an. Der Abholguide (komischer Begriff) wartete schon auf uns. Die Anfahrt zum Hotel war wirklich nicht besonders sehenswert. Bauruinen, Baustellen, viel Beton, Sand und Staub, wenig grün. Es kam erstmal so gar kein Inselfeeling auf. Das sollte sich schlagartig ändern, als wir die Hauptstrasse verliessen und Richtung Hotel fuhren. Das Chen Sea Resort & Spa war ein Volltreffer par Excellence. Wenige Bungalows (ich glaube 36) verteilten sich an einem tollen Strand. Alle mindestens 95 qm gross. Alle, wirklich alle Unterkünfte mit grandiosem Meerblick. Wir hatten einen Seaview-Bungalow der Seaview hatte. Wahnsinn, oder? Im Foto rechts oben seht ihr den Ausblick von unserer Terrasse aufs Meer. Nicht schlecht würd` ich mal behaupten. Auf erwähnter Terrasse befand sich auch eine tolle, sehr grosse Outdoor-Badewanne. Wer kein ausgemachter Exhibitionist ist, kann eine Art Jalousie runterlassen, dann sieht die Nachbarschaft nicht was sie auch nicht sehen soll. Wobei, Kleinigkeiten werden ja oft übersehen, ha ha. Man kann auch mit Badekleidung in die Wanne steigen, dann muss man die Jalousien nicht herunterlassen. Wer geht aber schon mit Badehose oder Bikini in der Wanne baden. Ich wundere mich im Übrigen heute noch darüber, dass ausgerechnet ich nicht badete. Ich, der in der heimischen Wohnung regelmässig sehr lange und sehr gerne in der Badewanne liegt, wirklich seltsam!
Im Zimmer gibt es einen begehbaren Kleiderschrank, ein wirklich bequemes, breites Bett inkl. Moskitonetz, eine hervorragende Klimaanlage, eine Minibar, einen Fernseher (definitiv nie gebraucht) und ein superschickes Bad. Das Bad hat 2 grosse Waschbecken, eine wunderbare, geräumige (Regen)-Dusche und eine Toilette. Nicht hypermodern, aber durchaus zeitgemäß, zweckmässig und dem gesamten Ambiente der Anlage entsprechend. Uns gefiel es richtig gut. Jeden Abend kamen nochmals Bedienstete des Hotels vorbei und brachten das Moskitonetz an. Dazu gab es eine in englisch ausgedruckte, kurze Gute-Nacht-Geschichte (ab und an gelesen) und etwas Schokolade. Die war echt lecker. Nette Geste, definitiv. Eines Abends hörten wir auf der Terrasse ein Geräusch dass wir ständig hörten seit wir im Chen Sea Resort weilten. Wir konnten es nicht zuordnen und tippten zunächst auf einen Vogel. Es war deutlich zu vernehmen. Es war laut und nicht weit entfernt. Ich schaute genauer nach und entdeckte am Dach unseres Bungalows eine grosse Echse die diese Geräusche von sich gab. Es war also kein Vogel. Eine Echse ist kein Vogel, klar. Ich entdeckte einen Gecko um genau zu sein. Einen Tokeh wie ich mittlerweile weiss. Er war gut 30 cm gross. Seinen Namen hat er von den Tönen die er von sich gibt. "To-Keh". Ein schnatterndes, schnalzendes Geräusch. Ich hoffe ihr versteht mich. Wenn nicht muss ich damit leben, ihr aber auch.
Nahe der Unterkunft gibt es durchaus so etwas wie eine kleine Infrastruktur. Mehrere Restaurants buhlen um die Gäste der umliegenden Hotels. Massagesalons und kleine Supermärkte runden das Angebot ab. Mehr braucht es hier auch wirklich nicht. Es hat uns an nix gefehlt. Wir assen mehrmals im Streamside Familyrestaurant, einem familiengeführten Restaurant. Wärt ihr nicht drauf gekommen bei dem Namen. Lecker war es, günstig war es. Englisch wurde wenig gesprochen, aber das meiste verstanden, passte soweit. Die jüngsten Familienmitglieder sprachen am besten englisch und nahmen die Bestellung auf, die ältesten brachten das Essen und die Getränke und räumten auch ab. Gute Arbeitseinteilung. Unbedingt empfehlen möchte ich an der Stelle auch das "Gold Garden Restaurant". Auch lecker, etwas teurer wie das Streamside, aufmerksamer Service. Top! Es gibt noch eine gute Pizzeria (die hatte wirklich nur 6 Pizzen auf der Karte) und einige weitere Lokalitäten. Einen echten Flop gab es nicht. Mittags gingen wir links vom Chen Sea Resort ins Vietnamese Sea Restaurant. Hier gibt es eine gute Küche direkt am Meer. Man muss allerdings Tiere mögen. Katzen, Hunde und Hühner, bzw. ein riesiger Hahn streifen durchs Restaurant, durchaus auch mal mit "Mitleidsblick". Zumindest die Hunde hatten diesen Blick. Uns als grosse Tierfreunde hat es natürlich in keinster Weise gestört. Schliessen wir mal die Kulinarik ab mit dem Frühstück. Das enttäuschendste war erneut die Auswahl an Brot. Das war nix. Toast ist eh nix und das angebotene Weissbrot/Baguette war labberig und nur angetoastet halbwegs geniessbar. Wo ist die französische Baguettekultur geblieben? Positiv waren die sehr leckeren frischen Säfte, eine klasse Eierauswahl, jeden Tag verschiedene Kuchenangebote, tolle Kaffeekreationen und natürlich der sensationelle, unbezahlbare Blick vom Frühstückstisch aufs Meer.
So, was trieben wir die insgesamt 9 Tage in dem wunderbaren Boutiquehotel, welches wir vorbehaltlos weiter empfehlen können. Nicht viel machten wir. Nach dem Frühstück ging es direkt an den Strand. Jeden Tag. By the Way, Handtücher früh auf Liegen legen oder so ein Quatsch ist hier absolut nicht nötig. Machte auch niemand. Selbst nachmittags um 4 gab es freie Liegen, ob am Strand oder am äusserst schicken Infinitypool. Das Meer war richtig warm, direkt am Strand sogar sehr warm. Nahe 30 Grad würde ich schätzen. Nachteil, Ebbe und Flut sind stark ausgeprägt, sodass man teilweise 50 und mehr Meter ins Meer laufen musste um ans schwimmen zu denken. Der Pool war etwas kälter. Am Strand gab es auch eine Art Bewirtung. Mehrmals am Tag kam jemand vorbei um nach Getränke- bzw. Essenswünschen zu fragen. Dazu gab es regelmässig kühle Tücher und jeden Tag gegen 15 Uhr ein kleines Eis für alle Strandgäste. Das hatte was, ohne wenn und aber. Die Tage liessen wir nach dem Dinner oft an der kleinen Hotelbar ausklingen. Leckere Cocktails, kühle Biere, was zum knabbern, das passte. Der Bär steppte hier allerdings nicht. Erwartete aber auch niemand. Wettermässig waren die Tage top. Wir hatten nur einen komplett durchwachsenen Tag mit viel Regen und Wind. Sonst viel Sonnenschein und hohe Temperaturen. Das sollte sich in unserer nächsten Station deutlich ändern, leider.
Es ging nach Hoi An, einem der schönsten Städtchen ganz Südostasiens, Foto links. Liest man immer wieder, sagen viele. Schaun mer mal. Nach einem extrem hektischen Check-Inn (es waren dutzende indische Grossfamilien ebenfalls auf dem Weg nach Zentralvietnam), ging es in gut einer Stunde von Phu Quoc nach Da Nang. Der Flug selbst war klasse. Wir bekamen sogar tolle XL-Plätze am Notausgang, ohne diese gebucht zu haben. In Da Nang erwartete uns wieder sehr zuverlässig ein Fahrer (fettes, aufrichtiges Lob an Suntrips, alles hat wieder bestens geklappt!), der uns in gut einer Stunde nach Hoi An fuhr. Bei sch... Wetter. Redselig war er, der Fahrer. Gutes englisch hatte er auch drauf. Seltsamerweise lobte er Deutschland fast ausschliesslich für seine erstklassigen Panzer. Der Schützenpanzer "Puma" hatte es ihm besonders angetan. Jo mei, was soll man dazu sagen. War halt ein kleiner Militärfan der Gute. In Hoi An angekommen enterten wir unser gebuchtes Hotel. Das Lantana Boutique Hoi An Hotel lag nur wenige Gehminuten vom historischen Zentrum Hoi An`s entfernt. Wir hatten ein wirklich schönes Zimmer mit Blick auf den Fluss. Den Thu Bon River. Habe ich gerade gegoogelt den Fluss. Hätt ich sonst nie gewusst wie der heisst. Eine Sache hatten wir uns schon bei Buchung der Reise vorgenommen. "In Hoi An lassen wir uns was massschneidern". 3 "S" sind da ja hintereinander drin, ok. Sieht merkwürdig aus, wird aber wohl so stimmen. Die Frau liess sich ein Kostüm, bzw. Kleid schneidern und ich einen Blazer. Ich wurde zwar auch noch von allen zu einer Hose genötigt, lehnte aber ab. Durchgesetzt! Die einheimischen Mädels beim "Tailor" hatten sichtlich Spass mit meinen deutschen Gardemassen. Was ein Gekicher beim messen. 1,90 m Grösse und gut 100 kg Gewicht sind in Europa nicht ungewöhnlich, hier aber durchaus mal `ne Ansage. Letztlich passte dann aber glücklicherweise alles bestens, der Preis stimmte auf jeden Fall auch, immer wieder gerne. Wir können den "New Life Tailor Shop" rechts vom Lantana Hotel unbedingt weiter empfehlen. Bisschen was zum Hotel bevor wir zu Hoi An selbst kommen. Tolle Lage, gutes Frühstücksbuffet, netter Staff, kleiner Pool (nie genutzt) und zur Happy Hour ab 16h30 vergünstigte Drinks. Alles gut.
Jetzt kommen wir also zu Hoi An selbst. Ein wunderschönes Städtchen. Ein bisschen Venedig-Feeling kommt da abends auf. Die beleuchteten Boote auf dem Fluss, die unzähligen Lampions. Ich war noch nie in Venedig, dies nur nebenbei. Die Altstadt gehört jedenfalls zum Schönsten was ich diesbezüglich jemals sah. Urige, supergemütliche Cafes, geschäftige Schneidereien, schicke Restaurants, Souvenir-Läden, wirklich wunderschön alles. In kleinen, oft gelb- oder erdfarben getünchten Häuser ist all dies untergebracht. In einem der erwähnten Restaurants genossen wir eine überragend leckere "Pho-Suppe". Was hab ich weiter oben im Bericht versprochen, "ich komme auf die berühmte Pho-Suppe zurück". Here we go. Die hier war echt perfekt, inkl. der dazugehörigen "Must have"-Beilagen, die da wären; Frühlingszwiebeln, Basilikum, Sojasprossen, Limette, Chilli und etwas Minze. Abends zog es uns nach dem Essen immer in eine der zahlreichen Bars. Bei Livemusik (war viel zum mitgrölen dabei) und günstigen Drinks liess sich der Tag bestens ausklingen. War das grammatikalisch korrekt? "Liess sich der Tag bestens ausklingen". Passt wohl so, hoffe ich zumindest!
Wettermässig hatten wir nicht so das ganz grosse Glück in Hoi An. Es regnete sehr oft, oft stark und anhaltend. Wir hatten aber einen schicken, grossen Schirm vom Hotel. Der erfüllte seinen Zweck. Das machen glaube ich aber alle Schirme, "ihren Zweck erfüllen". Ein mal mussten wir jedoch mehrere Stunden in einem Restaurant ausharren, da es wirklich schüttete wie aus Eimern und dazu sehr windig war. Gut für den Restaurantbesitzer, da wir viel konsumierten. Dinner, Bier, Dessert, Kaffee. Es war schade und nicht so ganz normal. Also das mit dem Wetter. März gilt als durchaus gute Reisezeit für Zentralvietnam. Immerhin einen trockenen und warmen Tag hatten wir. Ich wollte im Übrigen in Hoi An zum Friseur. Hab auch einen in Hotelnähe gefunden. Einen Friseursalon. Da waren aber nur sehr junge, ausnahmslos männliche, mit Militärschnitt versehene Mitarbeiter. Ich wollte nicht mehr. Hatte Angst dass man mich zum westlichen Vietcong machte. Ich verzichtete. Das sollte sich in Hanoi ändern. Ich komme darauf zurück. Die Frau hatte weniger Ressentiments in den Massagesalons und liess sich regelmässig durchkneten, von wem auch immer. Ich habe das Wort "Ressentiments" nicht verlinkt weil ich den geschätzten Lesern das Wissen über dessen Bedeutung nicht zutraue, sondern..., ja, warum eigentlich. Weil ich was verlinken wollte. Genau, das wars. Ich wollte mal wieder was verlinken. Die 3 Tage gingen, welch Überraschung, zu schnell vorüber und es hiess schon wieder Abschied nehmen. Zu Ende war unsere Reise jedoch noch nicht. Es wartete die Hauptstadt Hanoi auf uns. Wir freuten uns. Zu Recht! Zunächst allerdings mussten wir am Airport Da Nang ein bisschen was zahlen, da unser Gepäck die erlaubten 20 kg bei Vietjet Air recht deutlich übertraf. Der Shoppingwahn. Das massgeschneiderte Zeug. Es wog halt was. War alles nicht weiter der Rede wert. Umgerechnet 12 Euro mussten wir blechen. Ein recht kurzer, nur gut 1 Stunde dauernder, sehr ruhiger Flug brachte uns nach Hanoi. Es sollte eine weitere tolle Etappe unserer Reise werden.
Ne knappe Stunde dauerte die Fahrt vom Flughafen zum Hotel mitten in Hanoi Oldtown. Das Hotel war klein, ebenso die Zimmer, aber die Betten waren gross. Sie waren riesig. Es waren 2 riesige Einzelbetten. Jedes wohl 1,60 m breit und mit tollen Matratzen und vielen Kissen versehen. Super gemütlich alles. Riesige Einzelbetten, Leute. Sich drehen und wenden wie man will ohne jemandem auf den Sack zu gehen. Wer das nicht cool findet der lügt, oder ist frisch verliebt. Das Hotel verfügt auch über eine kleine Rooftopbar. Die besuchten wir direkt am ersten Abend. 2 Cocktails zum Start in die Hanoizeit, das passte, wenngleich es etwas windig und durchaus ein bisschen frisch war da oben. Der Blick auf den Hoan-Kiem-See (Foto oben rechts) war dagegen top. Auch das erste Abendessen in der 9 Millionen-Metropole war vorzüglich, endete jedoch mit einem Schreckmoment. Als wir nach dem Schmaus so rumschlenderten bemerkte ich den Verlust meines kleinen Rucksackes. Der Rucksack ist wie erwähnt klein, aber nicht nur an dem Abend mit einem für mich nicht ersetzbaren und höchst bedeutungsvollem Inhalt gesegnet. Ich wusste jedoch schnell dass er nur im Restaurant sein konnte indem wir assen. So war es. Ich war happy und bedankte mich artig bei den Bediensteten der Location die den Rucksack wohl direkt sicherten. Der erste Tag neigte sich dem Ende zu. Es gab noch 1,2 oder 3 Biere in einem gemütlichen Lokal dann ging`s ins Bett. Ins breite Bett. War schon supi. Sagt man das noch; "supi"? Ist ein bisschen 80er. Gut ausgeruht erforschten wir an Tag 2 die Metropole. Die Lage unserer Unterkunft war erstklassig, das wussten wir schon bei Buchung. Dass wir aber so zentral wohnten war uns nicht bewusst.
Der wunderbare Hoan-Kiem-See war fussläufig erreichbar. Ebenso die gesamte Altstadt mit ihren unzähligen Shoppingmöglichkeiten, den Restaurants, Bierbars, Cafes, Massagesalons, Friseuren und vielem mehr. Friseure, da war doch was. In Hoi An traute ich mich noch nicht. Wie weiter oben im Bericht erwähnt waren in Hoi An zuviele Jungs die aussahen als ob sie frisch vom Militär kamen im Salon. Hier fand ich auch einen Friseur. Direkt gegenüber vom Hotel. Da war auch ein Kerl zugegen. Hatte aber einen moderneren Schnitt wie die Coiffeure in Hoi An. Eine junge, hübsche Dame war auch da. Hier traute ich mich. Englisch wurde einigermassen verstanden. Das Mädel wusch mir die Haare, immerhin. Ich war darüber happy, sie eher gelangweilt. Jetzt ging es zur Frisur. Der höchstens 25 Jahre alte Einheimische verstand sein Handwerk blendend. Die Angst war komplett unbegründet. Während ich diese Zeilen schreibe sehe ich immer noch fantastisch aus. Frisurentechnisch zumindest, damit es nicht zu narzisstisch klingt. Die Frau holte sich in der Zeit ihre gefühlt 25ste Massage ab. Sie war überall zufrieden. In Hanoi hab ich im Übrigen den besten Kaffee meines Lebens genossen, mehrmals. Keine Übertreibung. Es gibt nahezu alle 50m ein Cafe. Sehr oft mit nur wenigen, winzigen Sitzgelegenheiten ausgestattet, aber immer mit einer grandiosen Auswahl. Meine Favoriten waren Eggcoffee, Kokosmilchkaffee und vor allem der Minzkaffee. Wow, sag ich da nur.
Wir liefen viel in Hanoi. Es gab soviel zu entdecken. Der Schrittzähler auf dem Handy kam kaum nach. Dummerweise kauften wir auch viel zu viel. Die Möglichkeiten waren aber auch zu verlockend. Klamotten, Nippes, Geschirr, wir nahmen alles mit. Immer im Hinterkopf hatten wir die Tatsache dass wir auf dem Rückflug satte 23 Kg Gepäck pro Person aufgeben durften. Premium Economy macht(e) es möglich. Am Sonntag den 15. März waren Wahlen in Vietnam. Diese Wahlen fielen genau auf unseren Aufenthalt in Hanoi. Ich kann nicht sagen wer oder was gewählt wurde, aber anscheinend war die Wahlbeteiligung enorm. Von nahezu 98 Prozent war die Rede. Kann und will ich nicht bestätigen. Was ich bestätigen kann, ist die Tatsache dass an jenem Sonntag von frühmorgens um 6 bis in den späten Abend über Lautsprecher an den Strassen "good Morning Vietnam" zum Besten gegeben wurde. Das hatte durchaus was, wenngleich es jedoch mit zunehmender Tagesdauer etwas nervig wurde. Aber wirklich nur etwas.
So, der Urlaub neigte sich dem Ende zu. Ja, das ist immer etwas unschön, wenngleich man auch für zuhause immer positives findet. Der sehr späte Rückflug startete einigermassen pünktlich um kurz vor Mitternacht in Hanoi. Es flog ein Airbus A 350. Das ist ein tolles, sehr modernes und zuverlässiges Fluggerät. Änderte jedoch nix an der Tatsache dass uns knapp 12 Stunden Heimflug bevorstanden. Immerhin genossen wir die Vorzüge der Premium Economy. Check-Inn mit der Business-Class, viel Platz nach vorne, sowie eine flexible Fussstütze. Wieder 3 "S"! Der Sitz ist darüber hinaus stark neigbar, sodass an einige Stunden Schlaf durchaus zu denken war, was letztlich auch klappte. Insgesamt war der Flug sehr ruhig, ohne Turbulenzen, eine aufmerksame, gutgelaunte Crew war zugegen, das war schon richtig gut. Einer meiner besten Langstreckenflüge, ohne wenn und aber. Vietnam Airlines, immer wieder gerne. In Frankfurt am frühen Morgen angekommen war es kalt, sehr kalt. 1 Grad. Das ist wenig. Aber es gibt auch positives zu berichten. Endlich wieder vernünftiges Brot. So gut... Damit beende ich diesen Reisebericht mit der Freude über leckeres deutsches Brot und dem guten Gewissen einen wirklich erstklassigen Urlaub erlebt zu haben.
Infos
Reisezeit: Im Süden Vietnams, also in Saigon und auf der Insel Phu Quoc, ist in unserem Winter Hochsaison und (fast) immer bestes Wetter. So auch bei unserer Tour. Saigon war warm und komplett regenfrei. Phu Quoc war ebenfalls warm bis heiss (32-35 Grad) und hatte nur einen durchwachsenen Tag zu bieten. Zentralvietnam (Hoi An) sollte normalerweise im März auch gutes Wetter bieten. Wir waren ja im März da, aber das Wetter war höchst bescheiden. Viel Regen und Wind liess die Laune jedoch nur leicht sinken. Zu schön ist das äusserst lebhafte Städtchen. Einen wohlig warmen Tag mit Sonne hatten wir immerhin. Bleibt Hanoi. Auch hier gilt der März als Beginn der guten, warmen und trockenen Reisezeit. War es im Groben auch. Wir waren zufrieden. Wenig Regen, angenehme Temperaturen, wenngleich ein Jäckchen abends nicht schadete.
Visa: Deutsche Staatsbürger können bis zu 45 Tage visumfrei ins Land reisen. Voraussetzung ist natürlich ein mindestens noch 6 Monate gültiger Reisepass.
Zeitverschiebung: Vietnam ist Deutschland (analog zu Thailand) im Winter 6 Std. voraus. Gilt natürlich auch für die besuchte Insel Phu Quoc.
Währung: Für 1 Euro bekommt man ziemlich genau 30000 vietnamesische Dong, Stand April 2026.
Anreise: Wir entschieden uns für den Nonstop-Flug mit Vietnam Airlines nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon. Eine sehr gute Wahl, vor allem beim Rückflug der von Hanoi aus zurück in die hessische Metropole Frankfurt ging. Die Premium Economy der Airline ist sicher eine der besseren am Markt. Die Inlandsflüge tätigten wir (mit einer Ausnahme) mit Vietjet Air. Da gab es durchaus mal Chaos beim Check-Inn (u. a. durch indische Touristen ohne jeden Anstand!) und auch mal `ne Zuzahlung wegen Übergepäck. Das war ok, damit rechneten wir. Also mit der Zuzahlung beim Gepäck, nicht mit den indischen Flegeln...
Sicherheit: Vietnam ist ein insgesamt sehr sicheres Reiseland. Selbst in den Riesenmetropolen Saigon (9,5 Mio. Einwohner) und Hanoi (8,8 Mio. Einwohner) haben wir uns nie unsicher gefühlt. Phu Quoc (mit Saisonarbeitern gerade mal rund 150000 Einwohner) ist eh so sicher wie ein Schweizer Bergdorf. Oder ein österreichisches. Wegen mir auch ein deutsches Bergdorf. Was ist ein klassisches deutsches Bergdorf? Ramsau bei Berchtesgaden würde ich jetzt sagen, aber ich komme vom Thema ab. Vietnam ist sicher, Punkt! Dies gilt nicht zwingend für den Strassenverkehr, wenngleich wir auch hier deutliche Verbesserungen vernahmen. Es gibt mittlerweile Zebrastreifen, Ampeln fast überall und die Guides (zumindest unsere) fuhren umsichtig und defensiv. Abschliessend der sicher oft gelesene Tipp fürs Strasse überqueren als Fussgänger in Saigon oder Hanoi; Einfach laufen, nicht abrupt stoppen. Augen zu und durch. Die unzähligen Mopeds und Autos fahren um einen herum. Es klappt wirklich.